Kommentar: Magdeburg Nazifrei wehrt sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit!

Über eine Facebook-Seite haben sich Menschen zusammengefunden, die unter dem Titel „Magdeburg wehrt sich“ gegen „massenhaften Asylmissbrauch“ und „Islamisierung“ mobil machen. Es werden dort bisher Cartoons und Artikel auch aus der rechten Szene gepostet, z. B. Artikel der neurechten Zeitschrift „Junge Freiheit“. Bezug genommen wird auf die rassistischen Demonstrationen in Dresden unter dem Label „Pegida“ wie auch auf die geplante Unterbringung von Flüchtlingen in Magdeburg Neu-Olvenstedt. Dazu kommentieren einschlägig bekannte Magdeburger Neonazis mit Privatprofilen in rechtspopulistischer Manier.

Wir als Bündnis Magdeburg Nazifrei fordern alle Magdeburger und Magdeburgerinnen auf, diese Seite sofort zu entliken und an den angekündigten Aktionen NICHT teilzunehmen. Wir werden Proteste gegen diese Form der rassistischen Stimmungsmache organisieren. Die Angst vor „Asylmissbrauch“ sowie die Andeutung, dass ein solcher „massenhaft“ auftreten könnte, sowie die „Islamisierung“ Magdeburgs sind Angstszenarien ohne jeden Bezug zur Realität. Es müssen sich wirklich alle, die evt. aus Fahrlässigkeit oder Langeweile, diese Seite mit einem „Gefällt mir“ markiert haben, daran erinnern, dass…

… die Miliz „Islamischer Staat“ als Emailkontakt den gleichen Server nutzt wie auch neonazistische Strukturen in Magdeburg.

… Abschiebungen von Flüchtlingen in Magdeburg derart repressiv ausfallen, dass nach heftigen Protesten die Praxis der unangekündigten Deportationen ausgesetzt werden musste.

… die so genannte „Willkommenkultur“ in Sachsen-Anhalt für einen massiven Anstieg fremdenfeindlicher Angriffe und Gewaltausbrüche gesorgt hat.

… dass der Anteil der Menschen mit anderer Staatsbürgerschaft in Magdeburg bei 3,4 % liegt.

… dass lediglich 400 Muslime in Magdeburg leben, das sind weniger als 0,2 % des gesamten Bevölkerungsbestandes.

… dass im Januar 2014 mehr als zweimal so viele Neonazis durch Magdeburg marschiert sind, als Muslime in Magdeburg leben.

Wir kritisieren, dass Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper am 19.11.2014 auf einer Bürgerversammlung in Neu-Olvenstedt die fremdenfeindlichen Einwürfe aus dem Publikum als „berechtigte Sorgen“ anerkannt hat. Jede Legitimation rassistischer Mobilmachung bereitet den Boden für rassistische und antimuslimische Ressentiments. Solche Anmerkungen sind fahrlässig und vollkommen inakzeptabel.

Wir erwarten von der Magdeburger Einwohnerschaft, dass sie nicht blind den rassistischen Parolen folgen, sondern sich Gedanken über die behaupteten Hintergründe machen. Wir erwarten ein klares Bekenntnis gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit!

Flüchtlinge sind jederzeit in Magdeburg willkommen!

Magdeburg Nazifrei begleitet Beatsteaks Konzert mit Info-Stand

Eine Kampagne zur Mobilisierung zu Protesten gegen einen Naziaufmarsch lebt nicht nur von engagierten Einzelpersonen und Gruppen, sondern auch von Unterstützer_innen und Support. 

So haben wir uns auch in diesem Jahr auf die Suche nach möglichen Unterstützer_innen gemacht. Neben unzähligen Bands, Vereinen, Initiativen, Berühmtheiten und Stars & Sternchen, haben wir uns auch mit den Beatsteaks in Verbindung gesetzt. Nach einigen Wochen kam dann, schon völlig unerwartet, eine Einladung zum Konzert in Magdeburg. Wir haben die Möglichkeit bekommen, das Konzert mit einem Info-Stand zu begleiten. 

Am 15.11. sind wir dann also, vollgepackt mit tollen Sachen, zum Konzert in die Stadthalle in Magdeburg gedüst und haben gegeben was wir konnten.

Das Konzert, das Publikum… Uns fehlen heute noch die Worte. Die Stimmung war einmalig, die Show war der Hammer. Schon die Supportband Bilderbuch aus Wien hat den Saal zum Beben gebracht. 

…und dann kamen die Beatsteaks… Kaum eine Band schafft es so ein bunt gemischtes Publikum anzusprechen. Von 5 bis 75 war wirklich von jeder Altersgruppe jemand anwesend und hat den Saal gerockt, da stand ein Hipster neben einem Goth und der Rocker neben dem Hippy-Mädchen…

Danke!

Wir möchten uns an dieser Stelle zu erst bei den Beatsteaks bedanken, die uns diese Möglichkeit geboten haben und uns nach dem Konzert noch mit einer hübschen Spende überrascht haben. Ein weiterer Dank geht natürlich an alle Konzertteilnehmer_innen, die uns offen und interessiert aufgenommen haben und sich auch nicht gescheut haben, Materialien mitzunehmen. Auch hier ein Dankeschön für die Spenden!

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Zusammenfassend kann man sagen, dass wir grinsend und sehr zufrieden das Konzertgelände verlassen haben. Es soll noch mal jemand behaupten, dass Bündnisarbeit keinen Spaß macht… ;)

Weitere Bilder zum Konzert: hier