Gemeinsam gegen MAGIDA! Antifaschistischen Selbstschutz organisieren!

Wir haben am 19. Januar 2015 die Veranstaltung der MAGIDA blockiert und beobachtet. Gemeinsam mit vielen zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Aktiven konnte ein erster Aufmarsch der MAGIDA in Magdeburg verhindert werden. Mit dem Begriff MAGIDA wird eine fremdenfeindliche, auf antimuslimisch-rassistischen Vorurteile aufbauende Bewegung mit Magdeburg-Bezug bezeichnet, die sich am Dresdner Vorbild PEGIDA (“Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes”) ausrichtet. Der Begriff MAGIDA steht für die Phrase: “Magdeburg gegen die Islamisierung des Abendlandes”.

Gleich mehrere einschlägig bekannte Neonazis waren als Kundgebungsteilnehmer und zum Teil als Ordner im Bereich des MAGIDA-Aufzuges anwesend. Mit dabei Daniel Jänicke, Frank Hoffmann, Martin Schock, Carsten Alsleben, Jan Dornemann und viele andere mehr. Fast vollzählig anwesend war auch der Kreisverband der Partei “Die Rechte”. Seit Mitte 2014 existiert auch in Sachsen-Anhalt ein Kreisverband der von Christian Worch gegründeten und angeführten Neonazipartei “Die Rechte”. Sie ist ein Sammelbecken für – teilweise verbotene – Kameradschaften.

Bereits Ende Dezember tauchten in Magdeburg in der Nähe mehrerer Flüchtlingsunterkünfte rassistische Hetzschriften des Kreisverbandes “Die Rechte” auf. Auf den Flugblättern wird von einem angeblichen Anstieg der Kriminalität und vor einer “Missachtung deutscher Gesetze” in der Nähe solcher Einrichtungen gewarnt. Dabei werden, um die Bedrohungslage umzukehren, Kinder instrumentalisiert. Diese sind angeblich auf ihrem Schulweg gefährdet. Tatsächlich sind Flüchtlinge keine Gefahr für die Anwohner_innen und Kinder – sondern die Flüchtlinge selbst sind in Gefahr, täglich Opfer neonazistischer und rassistischer Gewaltverbrechen zu werden. Dass ein Mensch, der vor Not und Gewalt in das sozial schwache Sachsen-Anhalt flieht, tut dies nicht, um hier Verbrechen zu begehen. Eine solche Behauptung ist der Ausdruck rassistischer Vorurteile und um sich greifender Paranoia. Der Hass und die Hetze gegen Menschen, die sich auch im Rahmen der MAGIDA-Kundgebungen nachweisen lassen, sind real. Die jenigen, die Angst vor Flüchtlingen haben, protestieren Montags Seite an Seite mit zum Teil verurteilten Gewaltverbrechern gegen die Wahnidee der “Islamisierung”.

Der Hass auf alles Fremde, der sich in den Forderungen der MAGIDA ebenso finden lässt wie in den Äußerungen der Teilnehmenden an der Kundgebung am vergangenen Montag in Magdeburg, ist die logische Konsequenz aus dem Selbstbild als in ihrer Verehrung für Deutschland schwer enttäuschte Patrioten. Unerfüllte materielle und mentale Bedürfnisse und vereinfachende Denkangebote erlauben es, Sündenböcke zu suchen und zu finden, um sich nicht aus der Liebe zum deutschen Staat verabschieden zu müssen. Sondern wiederum Forderungen an eben jenen Staat zu stellen, der sie so bitter enttäuscht hat. Beim Appell an den Staatsapparat, der ja all das verursacht haben muss, wogegen MAGIDA demonstriert, zukünftig alle rechtlichen Mittel gegenüber “selbsternannten Haßpredigern” auszuschöpfen, wird es paradox.

Die Angst vor der “Islamisierung” Magdeburgs dient als Platzhalter für die als ungerecht empfundende eigene Notlage. Muslime und Flüchtlinge werden für das verantwortlich gemacht, was uns ohnehin bevorsteht: ein Auseinanderklaffen der Einkommensverhältnisse, staatliche Repression zur Eindämmung sozialer Unruhen, die Zuspitzung der Ausbeutungsverhältnisse und eine sich immer weiter ausdehnende soziale und politische Ausgrenzung der für den kapitalistischen Verwertungskreislauf “Überflüssigen”. Das Gefühl des Ausgegrenztsein wird mit Ausgrenzung jener beantwortet, die angeblich noch viel weniger dazu gehören sollen. Um diese Themen nicht sehen zu müssen, nicht darüber zu diskutieren und keines dieser Probleme zu lösen, übernehmen die Kundgebungsteilnehmenden gegen die “Islamisierung” Magdeburgs die politische Funktion eines Ablenkungsmanövers.

So hatte sich am Abend des 16. Januar eine Horde Nazis vor dem Flüchtlingsheim in Rothensee postiert, um rassistische Parolen zu rufen. Es wurde damit gedroht, das Heim anzuzünden. Am darauf folgenden Samstag kam es im Laufe des Tages zu Naziangriffen auf Antifas. Auch am Abend des 19. Januar wurde in mehreren Situationen am Rande der Kundgebung das Bedrohungspotenzial der Teilnehmenden offenkundig. Auf einschlägigen Facebookprofilen wird zu Übergriffen auf Antifas und Linke im Kontext der nächsten MAGIDA-Kundgebung und darüber hinaus aufgerufen. Aus einer Anmeldung der Route wird auf Widerpsruchsfreiheit geschlussfolgert. In Diskussionensgruppen werden Kritisierende für jede Form des Widerspruchs bedroht und beschimpft.

SelbstschutzEs werden öffentlich Namen und Adressen getauscht und Pläne der Übergriffe besprochen. Auf der MAGIDA-Seite heißt es: Ordner sollen während der Kundgebung den plangemäßen Ablauf sicher stellen. Es soll gegen Störungen auch von Außen konsequent vorgegangen werden. Die Drohung eines Ordners an die Teilnehmenden der Sitzblockaden am 19. Januar ist ernst zu nehmen: “Wenn die Bullen nicht hier wären, dann wärt ihr schon längst nicht mehr am Leben”.

MAGIDA zu blockieren ist ein bemerkenswerter Fortschritt für die Protestkultur in Magdeburg. Wir freuen uns über jede erfolgreiche Blockade. Allerdings gibt es auch eine Zeit vor und nach der Blockade. Genau dann ziehen frustierte und wütende Neonazis und Rassisten, meist in Kleingruppen, durch Magdeburgs Straßen, um ihrem Hass freien Lauf zu lassen. In solchen Situationen wird es ihrer Gesinnung entsprechend zur Gewalteskalation kommen. Das Bedrohungspotenzial, das im Rahmen solcher Kundgebungen noch verstärkt wird, ist ernst zu nehmen! MAGIDA ist in den politischen Forderungen eine auf Ausgrenzung ausgerichtete rechtspopulistische Bewegung. Die Teilnahme einschlägig bekannter Neonazis ist vorherseh- und mittlerweile auch nachweisbar und nicht zu leugnen. Ein Ausschluss von Neonazis von den Kundgebungen ist nicht zu erwarten. MAGIDA vertritt repressive, antimoderne Inhalte und ist eine antidemokratische Bewegung. Wir fordern bekannte Magdeburger und Magdeburgerinnen, Intellektuelle, Kunst- und Kulturschaffende, sowie alle Privatpersonen auf, sich gegen MAGIDA zu engagieren und öffentlich zu positionieren.

Wie bereits zum 19. Januar rufen wir als das Bündnis Magdeburg Nazifrei auch für den kommenden Montag, den 26. Januar, dazu auf, die Islamische Gemeinde Magdeburg zu schützen. Das Gemeindezentrum in der Weitlingstraße wird von der angemeldeten MAGIDA-Route eingeschlossen. Auch Flüchtlingsheime und Sammelunterkünfte sind potenzielle Angriffsziele neonazistischer Gewalt. Eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen ist absolut notwendig, um die Flüchtlinge vor Angriffen auf zentralisierte Unterbringung zu schützen.

Antifaschismus bedeutet konsequentes und offensives Vorgehen gegen neonazistische Politik und neofaschistische Gewalt. Organisiert antifaschistischen Selbstschutz. Unsere Solidarität muss praktisch werden.

Alle Aufnahmen sind am 19. Januar im Rahmen der MAGIDA-Kundgebung entstanden:

 

Carsten Alsleben

Martin Schock

Martin Schock

 

 

 

 

 

Jan Dornemann

Jan Dornemann

Frank Hoffmann

Frank Hoffmann

 

Magida_Gruß

MAGIDA grüßt

 

19. Januar – Gemeinsam gegen MAGIDA!

Für den 19. Januar 2015 ist in Magdeburgs Innenstadt eine sogenannte MAGIDA-Demonstration angemeldet. Mit dem Begriff MAGIDA wird eine fremdenfeindliche, auf antimuslimisch-rassistischen Vorurteile aufbauende Bewegung mit Magdeburg-Bezug bezeichnet, die sich am Dresdner Vorbild PEGIDA (“Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes”)ausrichtet. MAGIDA steht für die Phrase: “Magdeburg gegen die Islamisierung des Abendlandes”. Auch das Bündnis Magdeburg Nazifrei ruft zu Gegenprotesten auf.

Bereits im Vorfeld gab es mehrere Veranstaltungen und Aktionen, um zum Protest gegen MAGIDA zu mobilisieren.

  • Am 12.12.2014 fand ein Impulsreferat “Antimuslimischer Rassismus” mit Sebastian Friedrich statt.
  • Während einer Protestkundgebung auf dem Domplatz am 22.12.2014 wurde das folgende #NoMAGIDA! aufgenommen.
  • Am 16.01.2015 haben wir im Bereich der bisher bekannten MAGIDA-Route Flyer verteilt, die dazu auffordern, am Montag in der Zeit von 19 bis 20 Uhr auf der Straßensteite das Licht auszumachen, um MAGIDA im Dustern tappen zu lassen.
  • Unsere Facebook-Veranstaltung informiert über vergangene und aktuelle Ereignisse

Wichtige Informationen zum 19. Januar

Wir haben an der Ecke Jakobstr./Blaubeilstr. (auf der Karte Z 17) in der Zeit von 18 bis 21 Uhr eine Kundgebung angemeldet. Hier bekommt ihr aktuelle Infos, die Aktionskarten in der aktuellen Version. Weitere uns bekannte Kungebungen entnehmt ihr bitte der Karte.

  • Info-Telefon:
    0176 549 516 77
  • Ermittlungsausschuss:
    0176 949 358 95
  • Vorläufige Aktionskarte
    (Änderungen und Ergänzungen der Karte behalten wir uns vor)MAGIDA_01_2015_web

[5. Update: 15.01.2015] Alle Infos zum 16. und 17. Januar

1. Allgemeiner Sachstand 16. und 17. Januar

  • die Nazis haben Freitag eine Demo angemeldet. Die Route wird im Vorfeld nicht bekannt gegeben. Die Anmeldung ist von 18 – 24 Uhr.
  • Für Samstag liegt eine Anmeldungen vor.

2. Info-Struktur am 16. und 17. Januar

Das Info-Büro ist am Freitag ab 16:30 Uhr und am Samstag ab 9 Uhr für euch im Einsatz und wird folgende Info-Kanäle bereit stellen:

Info-Telefon 1 0176 – 54 488 853
Info-Telefon 2 0176 – 54 963 253
Ermittlungsausschuss
(16. und 17.01.)
0176 – 94 935 895
Ermittlungsausschuss
(Antifa Demo 17.01.)
0157 – 82 746 867
Sani Zentrale 01577 – 0 669 639
Presse 0176 – 93 525 530
Facebook https://www.facebook.com/magdeburg.blockt
Homepage http://magdeburg-nazifrei.com
Twitter @md_nazifrei
  #mdnazifrei #blockmd
 
Ticker von Linksunten.indymedia

Die Ticker sind nicht Teil des Bündnisses und sie werden auch nicht vom Bündnis betrieben!

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3. Aktionskarte

Die Aktionskarte könnt ihr euch hier runter laden und ausdrucken (A3, farbig, einseitig). Zusätzlich werden wir euch an unseren Sammelpunkten mit Karten versorgen (solange der Vorrat reicht). 

Die Karte ist an beiden Tagen nutzbar und wird von allen Akteuren in Magdeburg genutzt. Eingezeichnet ist ebenfalls der Startpunkt der Antifa Demo am 17.01.

 4. Treff- und Sammelpunkte am Freitag, 16.01.2015

a) Kundgebungen

Alle angemeldeten Kundgebungen sind auf der Aktionskarte eingezeichnet. Die meisten sind ab 17 Uhr angemeldet, der Sammelpunkt der Vorabend-Demo (siehe 4b) ab 18 Uhr.

b) antifaschistische Vorabend-Demo

Sammelpunkt und Startpunkt der Demo ist der Hauptbahnhof Magdeburg. 19 Uhr soll sich dann der unangemeldete Demo-Zug in Bewegung setzen. Der Sammelpunkt ist ab 18 Uhr vor dem Kino (Cinemaxx). Kommt zahlreich!

 5. Treff- und Sammelpunkte am Samstag, 17.01.2015

Wir konzentrieren uns am Samstag auf zwei Sammelpunkte, die entsprechend zentral liegen. Von dort aus kann man gut im Bedarfsfall in der Stadt agieren. 

a) Hasselbachplatz

Die Kundgebung ist auf der Höhe der Sparkasse angemeldet, ab 11 Uhr. Diese könnt ihr als Sammelpunkt nutzen, wenn ihr zum Beispiel mit dem Zug anreist. Vom Bahnhof bis zum Hasselbachplatz ist es durch die Bahnhofstraße nur ein Katzensprung.

b) Uniplatz

Am Uniplatz (Am Gebäude der Telekom) ist die zweite Kundgebung/Mahnwache angemeldet. Diese könnt ihr ebenfalls nutzen um euch rege zu sammeln.

c) Olven 1

Olven 1 ist der Sammelpunkt für die Antifa Demo des AK Antifa Magdeburg. Dort soll zwischen 12 und 14 Uhr eine Auftaktkundgebung stattfinden. 14 Uhr setzt sich der Demo-Zug in Richtung Innenstadt in Bewegung. 

Wir verstehen uns als Blockade-Bündnis und halten deswegen an unserem Blockadekonzept fest. Wir gehen davon aus, dass es Naziaktivitäten in der Stadt geben wird. Diese wollen wir nicht ungestört ablaufen lassen. Ist man erst einmal im Demo-Zug ist die Wahrscheinlichkeit von dort auf Naziaktivitäten reagieren zu können, fast ausgeschlossen.

[4. Update] +++ ACHTUNG! +++ Nazis haben für 16.01. Demo angemeldet

Logo_kleinWir können euch an dieser Stelle bestätigen, dass die Nazis Freitag Abend in Magdeburg marschieren wollen. Die Anmeldung ist heute Abend bei der Polizei eingegangen. Treffpunkt, Marschroute und genaue Uhrzeit sollen morgen nachmittag mit dem “polizeibekannten” Anmelder geklärt werden. Im Einsatz werden etwa 1.000 Polizisten sein.

Der Plan für Samstag bleibt unverändert.

Kommt nach Magdeburg, blockieren statt ignorieren!

Am 19. Januar gemeinsam gegen MAGIDA!

Gemeinsam gegen MAGIDA! Licht aus im Abendland!

Facebook_Titelbild_19.01.Für den 19. Januar 2015 ist in Magdeburgs Innenstadt eine sogenannte MAGIDA-Demonstration angemeldet. Mit dem Begriff MAGIDA wird eine fremdenfeindliche, auf antimuslimisch-rassistischen Vorurteile aufbauende Bewegung mit Magdeburg-Bezug bezeichnet, die sich am Dresdner Vorbild PEGIDA (“Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes”)ausrichtet. MAGIDA steht für die Phrase: “Magdeburg gegen die Islamisierung des Abendlandes”. Ob und wie erfolgreich diese bisher exklusiv auf Facebook beschränkte virtuelle Mobilisierung sein wird, kann nur vermutet werden. Rassistisches Potenzial, um für eine Asylrechtsverschärfung und gegen die “Islamisierung” zu protestieren (wie z. B. in Dresden), ist in Magdeburg in erschreckendem Maß vorhanden.

Die geplante zentrale Unterbringung von Flüchtlingen im Stadtteil Olvenstedt rief bereits Proteste und fremdenfeindliche Voruteile hervor. Die Verharmlosung von Fremdenfeindlichkeit als “berechtigte Sorgen” durch Oberbürgermeister Trümper während einer Einwohner_innenversammlung, treibt uns zum Widerspruch. Die Stadtverwaltung Magdeburg hat mit der fast bundesweit einmaligen Praxis der unangekündigten Abschiebung von Flüchtlingen nicht nur viel Leid verursacht, sondern auch bewiesen, dass die Wünsche, der in Magdeburg untergebrachten Flüchtlinge den Abschiebebehörden und der Stadtverwaltung gleichgültig sind. Der Bürokratismus der Stadtverwaltung, auf Ankündigungen zu verzichten um Abschiebungen erfolgreicher zu machen, hat uns entsetzt. Diese Praxis ist mittlerweile ausgesetzt. Dass es überhaupt so weit kam, vergessen wir nicht. Die Angst vor “Überfremdung” ist keine Sorge, sondern Hetze.

Auch von einer “Islamisierung” ist Magdeburg weit entfernt. Seit Jahren sucht die Islamische Gemeinde Magdeburg nach einem Ausweichobjekt zum baufälligen Gebäude, in dem sich die knapp 400 Muslime in Magdeburg zum Gebet treffen können. Bisher erfolglos. Die Stadtverwaltung unterstützt dieses Vorhaben nicht. Das bisher als Moschee genutzte Gebäude weist bautechnisch schwere Mängel auf. Die kommunalpolitisch bedingte Ignoranz gegen die Islamische Gemeinde wird nun noch durch die Angst vor der “Islamisierung“ Magdeburgs ins Absurde gesteigert. Auf der Facebook-Seite MAGIDA schrieb jemand, es sei ihm bewusst, dass es in Magdeburg kaum Muslime gibt, aber er wird dafür protestieren, dass es auch so bleibt. Wir freuen uns auf alle, die mit uns Magdeburg interessanter und lebenswerter machen.

Mit der Parole “Wir sind das Volk” wird die verbindende Idee jener veranschaulicht, die sich gegen die halluzinierte “Islamisierung” des Abendlandes wehren wollen. Die Identität, Teil eines Kulturkreises – das “Abendland” – zu sein, führt dazu, diese geborgte Identität via Staatsbürgerschaft (also ein Stück laminiertes Papier, das je nach Geburtsort geschenkt oder verweigert wird) mit Zähnen und Klauen gegen das “Fremde” zu verteidigen. Fremdenfeindlichkeit beginnt mit einem “WIR” und begründet die Ausgrenzung der “Anderen”. Wie absurd diese Idee einer zwanghaft wehrhaften Kulturgemeinschaft ist, lässt sich daran erkennen, dass es dieses christlich-jüdische Abendland nie gegeben hat. Das “christlich-jüdische Abendland” ist eine Erfindung, bei der es vor allem gegen einen Gegner geht: Menschen muslimischen Glaubens. Immer wieder wird behauptet, es ginge nicht darum, den Islam zu verdammen, sondern seine Extreme. Eine solche Erklärung ist feige, denn mit der Verdammung der Extreme ist die Basis mitgemeint.

Die leider immer noch gültige systematische Ausgrenzung durch Erklärung zum Extremen greift eben auch bei Diskursen zum Islam, auf welche die Bewegungen wie PEGIDA und MAGIDA aufsetzen. Nicht der Islam an sich sei ein Problem, sondern der “Islamismus” (oder wie bei HOGESA der “Salafismus“). “Islamismus” wird dabei nicht als Nutzbarmachung einer Glaubensgemeinschaft für politische Ziele verstanden, sondern als im Kern des Islams angelegte Neigung zum Totalitarismus. Dieser Totalitarismus wäre demnach allen Muslimen zuzutrauen so wie auch – angeblich – linke Politik den Extremismus in sich trägt. Beides ist schlicht falsch. Der Generalverdacht “extremistisch” wirkt gegen Muslime wie auch auf Aktive linker Politik und Praxis. Als Betroffene der selben Ausgrenzungsrhetorik gilt es, miteinander solidarisch zu sein. Sobald wir uns als Betroffene von Exklusion gegeneinander aufwiegeln lassen, legitimieren wir Ausgrenzungspolitik.

Gemeinsam gegen Fremdenfeindlichkeit und Antimuslimischen Rassismus! Gemeinsam gegen MAGIDA!

Als Termin für die 1. MAGIDA-Demonstration ist der 19. Januar angegeben. Gemeinsam wollen wir ein Zeichen setzen gegen MAGIDA. Wir rufen zu Prostesten am 19. Januar auf. Wo wir uns treffen werden wir euch in den kommenden Tagen mitteilen. Haltet euch auf dem Laufenden!

Veranstaltung bei Facebook: klick!

[3. Update: 08.01.2015] Aktuelles zum 17. Januar

Mit Stand vom heutigen Tag sind uns keine Anmeldungen der Nazis für den 16. oder 17. Januar bekannt. Es wird auch nicht öffentlich mobilisiert. Um auf Naziaktivitäten am 16. Januar reagieren zu können, mobilisieren wir zur Antifaschistischen Demo der Kampagne „Entschlossen handeln“.

Wir rechnen auch am 17. Januar mit Naziaktivitäten in Magdeburg. Wir halten daher an unserem Blockadekonzept fest. Wir stellen ab 11 Uhr in der Innenstadt, an strategisch günstigen Orten, angemeldete Sammelpunkte zur Verfügung. So bleiben wir mobil und können flexibel auf Ereignisse reagieren. Die Lage der Sammelpunkte wird spätestens am 16. Januar bekannt gegeben.

Am Nachmittag des 17. Januar findet ebenfalls eine Demonstration vom AK Antifa Magdeburg statt.

HINWEIS:

Die Ticker sind nicht Teil des Bündnisses und sie werden auch nicht vom Bündnis betrieben!

Englischer Ticker:

[2. Update: 31.12.2014] Aktuelles zum 17. Januar

Shirt

Netzfundstück

Für den Januar 2015 gibt es bisher keine Anmeldung unter dem Label „MAGIDA“ in Magdeburg. Die bisherige Anmeldung für einen Spaziergang am 22.12.2014 in Magdeburg war der unorganisierte Alleingang einer Einzelperson aus dem Bördekreis. Neben privatem Übereifer sind aber auch organisatorische Bemühungen zu erkennen, die sich unter anderem in eigenen T-Shirts finden lassen und das rassistische Potenzial mit Lokalpatriotismus verknüpfen.

Ein Wolfgang R. postete bereits am 19.12.2014 um 14.07 Uhr auf seinem Facebook-Profil, dasWolfgang_Magida_bearbeitets eine Anmeldung für einen MAGIDA-Spaziergang  durch ihn erfolgt sei, aber auch, dass diese bereits zurückgezogen wurde. Angemeldet wurde die Demo für 15 Teilnehmende, sie sollte am 22.12.2014 um 19 Uhr beginnen und vom Domplatz über die Hegelstraße führen.

Auf seinem Facebook-Profil und in einigen Kommentarspalten jammert er über die Ohnmacht des Volkes und die unbezwingbare Entscheidungsmacht der Politiker. Wolfgang R. ist Beisitzer eines Ortsverbandes der CDU und saß bis zu seiner Abwahl im Juni 2014 ein Jahr lang im Stadtrat einer Kreisstadt im Bördekreis. Die Offenheit Wolfgang R.s nimmt Taxifahrer Marko L. zum Anlass, sich als Organisationsverantwortlicher für MAGIDA zu outen. Marko L. wirft am 22.12.2014 Wolfgang R. Trittbrettfahrerei vor und beansprucht das Recht, selbst eine MAGIDA-Demo anzumelden.

GSD_PEGIDAZeitgleich fällt der Aktionismus des neu gegründeten Vereins „Gemeinsam-Stark Deutschland e.V.“ auf. Der Verein ist eine Abspaltung der Bewegung “Hooligans gegen Salafisten” (HOGESA) und distanziert sich vom gewaltbereiten „Führungsstab“ der HOGESA sowie von der angekündigten HOGESA-Demo am 18.01.2015 in Essen. Im Januar sollen auf der Facebook-Seite des Vereins die Satzung und die Namen der Vorstandsmitglieder veröffentlicht werden. Der Verein bedauerte am 24.12.2014, dass außerhalb Dresdens die PEGIDA-Ableger nur auf wenige Teilnehmende kommen. Das soll sich ab Januar 2015 ändern. Der Verein will dann die ersten Kundgebungen bundesweit organisieren.

“Kein Fußbreit”

“Kein Fußbreit” Gegen den Naziaufmarsch in Magdeburg – 17.01.2015 – Dank an alle Mitwirkenden!

Aufruf 2015 (Tschechisch)

Magdeburg bez nácků!

Stejný postup jako každý rok: každý rok v lednu si tisíce nácků hledají cestu do Magdeburgu, aby pochodovaly společně s jejich místními kumpány při příležitosti bombardování Magdeburgu z 16. ledna 1945. Vědomě odmítají, co je dobře známo: jedině bombardování německého zbrojního průmyslu v lednu 1945 vedlo k definitivnímu zastavení výroby zbraní. Magdeburg byl pro Hitlerovo Německo jedním z nejdůležitějších zbrojních míst. Bombardování strategických zbrojních umístění jako Dessau, Drážďany nebo Magdeburg urychlilo začátek konce druhé světové války a zničení Hitlerova fašistického režimu.

70. výročí bombardování Magdeburgu je pro nácky pravděpodobně důvodem ke snaze o organizační a personální překonání pochodů minulých let. Z osmi nacistických aktérů městského vzpomínkového shromáždění v roce 1998 vzrostlo toto číslo na 1 000 účastníků minulý rok. Od roku 2001 pochodují náckové okolo 16. ledna Magdeburgem. Rok 2005 byl prvním a zatím posledním rokem, kdy byl pochod zastaven.

Neofašisté z Magdeburgu a Saska-Anhaltska drží důležité výkonné pozice v NPD, JN a v tzv. „svobodných kamarádstvích“. Založením krajského stranického spolku „Die Rechte“ (pravičáci) v Jerichower Land (ve spolkové zemi Sasko-Anhaltsko) se zjevně snaží posílit neonacistické struktury v regionu. Pod pláštíkem této strany mohou fašisté legálně rozšiřovat svou nacionalistickou ideologii. Kromě toho očekáváme, že se strana bude rozšiřovat vzhledem k snahám neonacistů o zřízení vlastní místní pobočky v Magdeburgu.

Spojenectví „Magdeburg Nazifrei“ bylo založeno 31. května 2012 v Magdeburgu. Blokádní spojenectví jakožto komplexní spektrum organizuje blokády náckovských pochodů. V lednu 2015 budou ustaveny struktury nezbytné k akci. Naším nasazením a vaší podporou byla kultura protestů v Magdeburgu trvale změněna. Blokády jako forma akce už nejsou absolutně zapovězeny. Po posledních pokusech blokovat v lednu 2013, jsme však museli uznat, že Magdeburg si žádá jinou strategii. V roce 2014 jsme vsadili na decentralizovaný přístup a zaznamenali jsme první částečný úspěch. Trváme na této strategii a zdokonalíme ji.

Mobilita neonacistů, umožněná politikou záměrných dezinformací, za podpory policie aDeutsche Bahn, vyžaduje i v lednu 2015 celonárodní mobilizaci, která zajistí dostatek lidí v ulicích. Politická vůle, která umožní náckům uskutečnit pochod, nemohla být doposud odstraněna. Proto bychom měli počítat s tím, že náckové budou na svůj pochod dopraveni z jednoho konce města na druhý, kde ho těžko můžeme blokovat. Městská správa Magdeburgu sama připouští, že nemůže nic dělat. Za řízení shromáždění je odpovědná policie. Primátor hlavního města regionu potvrdil na veřejné akci magdeburgské univerzity, že ignorance je zákonnou strategií proti pochodům nácků: „To je skutečný cíl. Chtějí být na očích veřejnosti a dosáhnout publicity ze strany médií. Když o tom nikdo nepodá zprávu – jak jsem zamýšlel první dva roky, jednoduše ignorovat a nic neříkat –, pak se sami vyčerpají. Ale to nefunguje, protože někdo o tom vždycky podá zprávu.“

Minulý rok bylo možné decentralizovanými protesty narušit pochod a zpozdit ho o několik hodin blokádou tras nácků.

Podporujte nás a přijeďte do Magdeburgu. Chceme zabránit neonacistickému pochodu společnými silami odsud i odjinud a tím se postavit nelidskému přístupu a neonacistické politice.

„17. ledna 2015 – blokáda namísto ignorance“

Quelle: http://levaperspektiva.cz/clanky/magdeburg-nazifrei-vyzva-2015/

[1. Update: 20.12.2014] Aktuelles zum 17. Januar – Wir mobilisieren weiter nach Magdeburg!

Es ist und bleibt notwendig und wichtig, am 16. und am 17. Januar 2015 nach Magdeburg zu fahren. Bereits am 16. Januar findet eine Antifaschistische Demo statt. Nach derzeitigem Stand sieht es so aus, als würde der 17. Januar 2015 zum 1. MAGIDA-Aufmarsch werden. Mit dem Begriff MAGIDA wird eine fremdenfeindliche, auf antimuslimisch-rassistischen Ressentiments aufbauende Bewegung mit Magdeburg-Bezug bezeichnet, die sich am Dresdner Vorbild PEGIDA ausrichtet.

Bitte mobilisiert auch weiterhin intensiv nach Magdeburg. Sollte es am 17. Januar zu keinerlei Naziaktivitäten in Magdeburg kommen, planen wir für Anreisenden in der Stadt Antifaschistische Aktionen.

Wir wissen, …

  • dass am 17. Januar 2015 im Raum “Mitteldeutschland” ein restlos ausverkauftes Nazikonzert stattfinden wird
  • dass auf der Facebookseite MAGIDA seit Kurzem nicht mehr der “erste Montag im Januar” als Termin kommuniziert wird, sondern ausdrücklich eine Demo (!) “Mitte Januar”
  • dass DIE RECHTE MD/JL seit geraumer Zeit den 17. Januar als bedeutsamen Tag kommuniziert und bereits Anfang 2014 Interesse an einem Aufmarsch im Januar 2015 bekundete und sich in den letzten Tage erneut auf dieses Datum bezog
  • dass DIE RECHTE MD/JL bisher montags nach Dresden mobilisiert und als Ziel des eigenen Engagements proklamiert “maßgeblich die Stoßrichtung dieser Proteste zu bestimmen”
  • dass DIE RECHTE MD/JL aktiv gegen Flüchtlinge mobil macht,
  • dass für einen “Gedenkmarsch”, so wie wir ihn kennen, bisher nicht mobilisiert wird und auch angeblich keine Anmeldung seitens der “Initiative gegen das Vergessen” vorliegt
  • dass für einen MAGIDA-“Spaziergang” am 17. Januar in MD nicht bundesweit mobilisiert werden muss, regional aber seit Wochen mobilisiert wird und eine Anmeldung kurzfristig erfolgen kann
  • dass ein MAGIDA-Spaziergang am 17. Januar der rechten Szene den Anschluss an die so genannte “bürgerliche Mitte” ermöglicht und von besonderem Interesse ist