Infos und Aktionskarte für den 23.03.2015

Für Montag, den 23. März 2015, kündigt die islamfeindliche Bewegung ‘Magdeburg gegen die Islamisierung’ (MAGIDA) einen Fackelumzug an. Start soll wieder um 19.00 Uhr der Platz neben dem Rathaus, Bei der Hauptwache, sein. Am Anfang der Woche wurde als Startpunkt der Alte Markt angeben, mittlerweile aber korrigiert. Für uns besteht derzeit kein Grund zur Annahme, dass es eine andere Route werden wird, als an den Montagen zuvor. Die Route soll das Gemeindezentrum der Islamischen Gemeinde einschließen und hat damit Symbolcharakter. Einzig der geänderte Startpunkt in direkter Nähe zum bekannten Startpunkt ist kein Hinweis auf eine Routenänderung. Wir denken nicht, dass MAGIDA vom Ziel der Einschüchterung der Islamischen Gemeinde und der Strategie des symbolischen Einkreisens des Gemeindezentrum abweichen wird.

Wichtige Änderung, an der bisher seitens der MAGIDA festgehalten wird, soll das Tragen von Fackeln sein. Ein Fackelumzug durch die nördliche Innenstadt an einem Tag mit historischer Bedeutung missfällt uns sehr. Am 23. März 1933 wurde das so genannte Ermächtigunsgesetz beraten und am Tag darauf beschlossen. Zusammen mit der Reichstagsbrandverordnung gilt es als rechtliche Hauptgrundlage der nationalsozialistischen Diktatur, weil damit das die elementare Grundlage des materiellen Verfassungsstaates bildende Prinzip der Gewaltenteilung durchbrochen wurde.

Die Erfahrungen der letzten Wochen haben uns erkennen lassen, dass unsere Möglichkeiten begrenzt sind, wenn es zeitgleich Aktionen und Kundgebungen gibt, die sich lediglich auf Protest in Hör- Und Sichtweite ausrichten. Solche niedrigschweliigen Angebote und das zum Teil rege Interesse, bewerten wir als Rückschritt in der Protestkultur. Wir waren in Magdeburg wirklich schon weiter. Blockaden sind aber nur möglich, wenn es auch genug Menschen gibt, die dazu bereit sind. Bis dahin werden wir uns nicht verheizen lassen. In diesem möchten wir uns gemeinsam mit euch an den jeweiligen Treffpunkten austauschen, was eure Ziele und Vorstellungen am Tag selbst sind und wie wir diesen Zielen ein Stück näher kommen.

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Wie an den Montagen zuvor wird die ‘Bürgerinitiative Offene Heide’ ab 18.30 Uhr in der Weitlingstraße, direkt vor dem Gemeindezentrum (Y19), Solidarität bekunden. An dieser Stelle Herzlichen Dank für das Engagement und das Durchhaltevermögen der Beteiligten. Als weitere Treffpunkte zur Lagebesprechung gelten die Punkte 2 und 3 auf der Aktionskarte. Jeweils um 18 Uhr vor dem Katharinenturm (ehemals HdL, X18) und der Platz vor dem Opernhaus (Uniplatz, Y17). Wir fordern euch auf, in Bezugsgruppen an den Treffpunkten zu erscheinen und mit uns gemeinsam darüber zu beraten, was euer Aktionskonsens zulässt und wie wir gemeinsam und entschlossen auf diese Situation reagieren können.

Auf das Vorhaben der MAGIDA, einen Fackelumzug zu machen, reagieren wir mit der Parole:

MAGIDA nass machen!

Wie wir auch dieses Vorhaben umsetzen können, da vertrauen wir auf eure Kreativität.

Der EA ist von 18 bis 22 Uhr unter folgender Nummer erreichbar:

0176 949 358 95

 

Infos und Aktionskarte für den 23.02.2015

Zum 6. Mal will am 23. Februar die islamfeindliche MAGIDA durch Magdeburg marschieren. MAGIDA mobilisiert wie an den Montagen zuvor zu 19 Uhr zum Platz “Bei der Hauptwache”, direkt neben dem Rathaus (X19). Es ist – wie ebenfalls an den Montagen zuvor – mit massiver Polizeipräsenz und weiträumigen Absperrungen zu rechnen.

Besonderes Ereignis am Montag: Um eine annähernd korrekte Zahl der Teilnehmenden zu ermitteln, möchte MAGIDA Erbsen zählen und bittet alle Teilnehmenden, jeweils eine Erbse mitzubringen. Die Erbsen werden dann in einem Behältnis gesammelt und gezählt.  Wir dürfen gespannt sein und freuen uns sehr, auf ein erbsengenaues Ergebnis.

Hier gibt es alle Gegenaktionen im Überblick:

 

1. Regina – MAGIDA wegbassen
Treffpunkt: 16 Uhr am Hauptbahnhof
Start: 17 Uhr
Route: Willy-Brandt-Platz – Hasselbachstraße – Otto-von-Guericke-Straße – Hasselbachplatz > Breiter Weg > Ernst-Reuter-Allee > Otto-von-Guericke-Straße > Breiter Weg > Uni-Bibliothek > Uniplatz > Breiter Weg > Alter Markt (Kundgebung ab 18:45 Uhr )
> zurück über Ernst-Reuter-Allee
zum Hauptbahnhof

Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/336570929875426

2. Kundgebung der Bürgerinitiative Offene Heide ab 18 Uhr vor dem Gemeindezentrum der Islamischen Gemeinde Magdeburg (IsGeMa)

3. #NoMAGIDA – #NoMAGIDA – Magdeburg stellt sich quer No. 6 – auf ein Neues!
Beginn: 18 Uhr, Alter Markt
Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1546182792316697

Aktionskarte für den 23. Februar 2015

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Infos und Aktionskarte für den 16.02.2015

Auch am 16. Februar will die islamfeindliche MAGIDA durch Magdeburg marschieren. MAGIDA mobilisiert wie an den Montagen zuvor zu 19 Uhr zum Platz “Bei der Hauptwache”, direkt neben dem Rathaus. Es ist – wie ebenfalls an den Montagen zuvor – mit massiver Polizeipräsenz und weiträumigen Absperrungen zu rechnen.

Hier gibt es alle Gegenaktionen im Überblick:

1. Regina – MAGIDA wegbassen
Treffpunkt: 16 Uhr am Hauptbahnhof
Start: 17 Uhr
Route: Willy-Brandt-Platz – Hasselbachstraße – Otto-von-Guericke-Straße – Hasselbachplatz > Breiter Weg > Ernst-Reuter-Allee > Otto-von-Guericke-Straße > Julius Bremer Straße > Weitlingstraße (IsGeMa) > Listemannstraße > Uni-Bibliothek > Uniplatz > Breiter Weg > Alter Markt (Kundgebung ab 18:45 Uhr )
> zurück über Ernst-Reuter-Allee
zum Hauptbahnhof

Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/855152827860676

2. Kundgebung der Bürgerinitiative Offene Heide ab 18 Uhr vor dem Gemeindezentrum der Islamischen Gemeinde Magdeburg (IsGeMa)

3. #NoMAGIDA – Magdeburg stellt sich quer No. 5 – Keine Bühne für Nazis und Rassisten!
Beginn: 18 Uhr, Alter Markt
Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1388616564779825

Aktionskarte für den 16. Februar 2015

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Solidemo am 9. Februar 2015 – Gemeinsam gegen MAGIDA!

Am Montag, den 9. Februar 2015, unterstützen wir die Islamische Gemeinde Magdeburg mit einer Solidemo ab 18 Uhr durch die Innenstadt. Es ist uns wichtig, die Mitglieder der Islamischen Gemeinde Magdeburg (IsGeMa) als handelnde Akteure mit ihren Wünschen und Bedürfnissen sichtbar zu machen.

Unsere Zusammenarbeit mit der IsGeMa stellt darauf ab, unsere Solidarität gegen antimuslismischen Rassismus zu versichern und darzustellen. Eine Bewegung wie MAGIDA betrifft durch die Reproduktion leider weit verbreiteter islamfeindlicher Vorurteile nicht nur Muslime und Muslimas, sondern ist ein Angriff auf uns alle. Es soll uns vorgeschrieben werden, mit wem wir solidarisch sein dürfen und mit wem nicht. Über unsere Solidarität entscheiden wir aber selbst. Wir unterstützen die IsGeMa auch in ihrem Wunsch nach einem neuen Gemeindezentrum, das endlich Platz für alle Gemeindemitglieder zum Gebet bereit hält und nicht droht, im nächsten Moment auseinander zu fallen. Die Basis des gegenseitigen Respekts sehen wir darin, die Wünsche der Sprechenden ernst zu nehmen und ihren Wünschen Ausdruck zu verleihen.

Während überall in Deutschland islamfeindliche Aufmärsche  Proteste und Auseinandersetzungen verursachen, werden Muslime in eine Opferrolle gedrängt, die sie fast handlungsunfähig macht. Angriffe auf Moscheen und Muslime selbst erzeugen ein Klima der Angst, in dem es fast unmöglich wird, sich als Muslim und Muslima zu zeigen und die eigenen Bedürfnisse zu artikulieren. Wir durchbrechen diesen Kreislauf, in dem wir uns unterstützend hinter die IsGeMa stellen und eine Demonstration organisieren.

Wir rufen alle Magdeburger und Magdeburgerinnen dazu auf, sich dieser Demonstration anzuschließen. Gegen islamfeindliche Hetze, Menschenhass und Ausgrenzung setzen wir unsere Solidarität.

Für ein solidarisches Miteinander! GEMEINSAM gegen MAGIDA!

Wir starten um 18 Uhr in der Weitlingstr. 1b vor dem Gemeindezentrum (Y19). Den Verlauf der Demonstration entnehmt ihr bitte der Aktionskarte.

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Aktuelle Infos für den 2. Februar – Gemeinsam gegen MAGIDA!

Gemeinsam gegen MAGIDA!

Mit dem Begriff MAGIDA wird eine fremdenfeindliche, auf antimuslimisch-rassistischen Vorurteilen aufbauende Bewegung mit Magdeburg-Bezug bezeichnet, die sich am Dresdner Vorbild PEGIDA (“Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes”) ausrichtet. Der Begriff MAGIDA steht für die Phrase: “Magdeburg gegen die Islamisierung des Abendlandes”. Für den 2. Februar ist ab 19 Uhr ein dritter MAGIDA-Aufmarsch angekündigt. Am 19. Januar ist es gelungen, MAGIDA zu blockieren. Am 26. Januar konnten nur vereinzelte Blockadeversuche beobachtet werden. Für den 2. Februar entscheidet ihr, ob MAGIDA laufen wird. Wir finden es nach wie vor richtig und wichtig, MAGIDA zu blockieren, sind dabei aber auf euer Interesse und euren Support angewiesen. Wir können euch nicht an die Hand nehmen und zu den Blockaden geleiten oder via Twitter Informationen heraus geben, die dann nur die Polizei interessieren und Menschen vor Ort in Gefahr bringen. Wer blockieren will, wird dies tun. Gründe gibt es genug, einer davon: MAGIDA ist eine fremdenfeindliche, nationalistische und antimoderne Bewegung, die sich selbst zum Sprachrohr der Massen erhebt und sich von mitlaufenden Neonazis nicht distanziert, sondern diese sogar als Ordnungskräfte nutzt. Der Umstand, dass bei MAGIDA auch Menschen mitlaufen, die sich selbst für besorgte Ottonormalbürger halten, widerspricht der politischen Einschätzung zu MAGIDA – als Ansammlung brutalisierter Kleinbürger und vom demokratischen Alltagsbetrieb enttäuschter Patrioten- nicht. Wir sind dafür, dass auch ihr dagegen seid.

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Screenshot aus der Kommentarleiste der MAGIDA


Wichtige Informationen zum 2. Februar 2015

Wir supporten eure Aktionen:  Nutzt die markierten Sammelpunkte, um euch sicher und unauffällig zu Aktionspunkten zu bewegen. Bewegt euch außerhalb dieser Demonstrationen in größeren Gruppen. Die bisher bekannten Kundgebungen/Sammelpunkte entnehmt ihr bitte der Aktionskarte.

Tipps und Hinweise

Die Polizei sperrt regelmäßig “nur” das direkte Umfeld des MAGIDA-Treffpunktes ab. Das betrifft den Übergang vom Alten Markt zum Platz Bei der Hauptwache, den Zugang von der Weitlingstraße auf die Julius-Bremer-Straße und später dann auch die Jakobstraße selbst. Die vermutete Route der MAGIDA bezieht sich auf die Strecke, die sie am 26. Januar gelaufen sind und entspricht dem Verlauf, der im Vorfeld bereits als einigermaßen sicher galt. Trotzdem wird die Polizei flexibel auf frühzeitig bekannte Hindernisse auf der Route mit Verlegung reagieren, also diese Route auch nicht weiträumig absperren, um flexibel reagieren zu können. Abgesperrt sein wird, wie bereits am 26. Januar, der Zugang vom Alten Markt zum Platz Bei der Hauptwache, also dem Treffpunkt der MAGIDA. Ebenfalls wird die Jakobstr. für den Durchgangsverkehr gesperrt sein. Ein Umlaufen des Rathauses auf der Südseite des Rathauses, endet vor Gittern. Guckt euch bitte die Aktionskarte im Vorfeld an und entdeckt eure Aktionsmöglichkeiten und nutzt sie.

  • Ermittlungsausschuss:
    0176 949 358 95
  • Aktionskarte:
    Aktionskarte für den 2 Februar - Gemeinsam gegen MAGIDA!

    Aktionskarte für den 2 Februar – Gemeinsam gegen MAGIDA!

     

  • Alle Kundgebungen auf einen Blick (nummeriert nach Beschriftung auf der Aktionskarte)

    Punkt 1 (U20)
    Veranstaltende: Regina

    Titel: Magida Wegbassen!
    Ort: Willy-Brandt-Platz
    Zeit: 16:30 Uhr, Start: 17:30

    Punkt 2 (AA16)
    Veranstaltende: Uni

    Titel: Demonstration für Weltoffenheit und Toleranz
    Ort: Uni, Mensavorplatz
    Zeit: 16:30 Uhr
    +++++
    Veranstaltende: CLOWN STATT BRAUN
    Titel: 02.02.2015 -Gemeinsam gegen MAGIDA
    Ort: Magdeburg
    Zeit: ab 16:30 Uhr

    Punkt 3 (Y19)
    Veranstaltende: BI Offene Heide

    Ort: Weitlingstr. 1 b
    Zeit: ab 18:00

    Punkt 4 (X20)
    Veranstaltende: blockmd, BgR

    Titel: #NoMAGIDA – Magdeburg stellt sich quer – Klappe, die Dritte!
    Ort: Magdeb
    Zeit: 18:00 – 22:00 Uhr

    Punkt 5 (W16)
    Veranstaltende: FASRA FHW

    Titel: FHW geschlossen DAGEGEN!
    Ort: Zschokkestr. 32
    Zeit: 16:30 Uhr

Aktuelle Infos für den 26. Januar – Gemeinsam gegen MAGIDA!

Wir haben am 19. Januar 2015 die Veranstaltung der MAGIDA blockiert. Gemeinsam mit vielen zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Aktiven konnte ein erster Aufmarsch der MAGIDA in Magdeburg verhindert werden. Mit dem Begriff MAGIDA wird eine fremdenfeindliche, auf antimuslimisch-rassistischen Vorurteile aufbauende Bewegung mit Magdeburg-Bezug bezeichnet, die sich am Dresdner Vorbild PEGIDA (“Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes”) ausrichtet. Der Begriff MAGIDA steht für die Phrase: “Magdeburg gegen die Islamisierung des Abendlandes”. Für den 26. Januar ist ab 19 Uhr ein zweiter MAGIDA-Aufmarsch angekündigt. Gleich mehrere einschlägig bekannte Neonazis waren als Kundgebungsteilnehmer und zum Teil als Ordner im Bereich des ersten MAGIDA-Aufzuges am 19. Januar anwesend.

Antifaschismus bedeutet konsequentes und offensives Vorgehen gegen neonazistische Politik und neofaschistische Gewalt. Organisiert antifaschistischen Selbstschutz. Unsere Solidarität muss praktisch werden.

Wichtige Informationen zum 26. Januar

Nutzt die markierten Sammelpunkte. Bewegt euch in größeren Gruppen und schließt euch den Kundgebungen an. Alle uns bekannte Kundgebungen entnehmt ihr bitte der Karte.

  • Info-Telefon:
    0176 549 516 77
  • Ermittlungsausschuss:
    0176 949 358 95
  • Aktionskarte

2015_01_26

Gemeinsam gegen MAGIDA! Antifaschistischen Selbstschutz organisieren!

Wir haben am 19. Januar 2015 die Veranstaltung der MAGIDA blockiert und beobachtet. Gemeinsam mit vielen zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Aktiven konnte ein erster Aufmarsch der MAGIDA in Magdeburg verhindert werden. Mit dem Begriff MAGIDA wird eine fremdenfeindliche, auf antimuslimisch-rassistischen Vorurteile aufbauende Bewegung mit Magdeburg-Bezug bezeichnet, die sich am Dresdner Vorbild PEGIDA (“Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes”) ausrichtet. Der Begriff MAGIDA steht für die Phrase: “Magdeburg gegen die Islamisierung des Abendlandes”.

Gleich mehrere einschlägig bekannte Neonazis waren als Kundgebungsteilnehmer und zum Teil als Ordner im Bereich des MAGIDA-Aufzuges anwesend. Mit dabei Daniel Jänicke, Frank Hoffmann, Martin Schock, Carsten Alsleben, Jan Dornemann und viele andere mehr. Fast vollzählig anwesend war auch der Kreisverband der Partei “Die Rechte”. Seit Mitte 2014 existiert auch in Sachsen-Anhalt ein Kreisverband der von Christian Worch gegründeten und angeführten Neonazipartei “Die Rechte”. Sie ist ein Sammelbecken für – teilweise verbotene – Kameradschaften.

Bereits Ende Dezember tauchten in Magdeburg in der Nähe mehrerer Flüchtlingsunterkünfte rassistische Hetzschriften des Kreisverbandes “Die Rechte” auf. Auf den Flugblättern wird von einem angeblichen Anstieg der Kriminalität und vor einer “Missachtung deutscher Gesetze” in der Nähe solcher Einrichtungen gewarnt. Dabei werden, um die Bedrohungslage umzukehren, Kinder instrumentalisiert. Diese sind angeblich auf ihrem Schulweg gefährdet. Tatsächlich sind Flüchtlinge keine Gefahr für die Anwohner_innen und Kinder – sondern die Flüchtlinge selbst sind in Gefahr, täglich Opfer neonazistischer und rassistischer Gewaltverbrechen zu werden. Dass ein Mensch, der vor Not und Gewalt in das sozial schwache Sachsen-Anhalt flieht, tut dies nicht, um hier Verbrechen zu begehen. Eine solche Behauptung ist der Ausdruck rassistischer Vorurteile und um sich greifender Paranoia. Der Hass und die Hetze gegen Menschen, die sich auch im Rahmen der MAGIDA-Kundgebungen nachweisen lassen, sind real. Die jenigen, die Angst vor Flüchtlingen haben, protestieren Montags Seite an Seite mit zum Teil verurteilten Gewaltverbrechern gegen die Wahnidee der “Islamisierung”.

Der Hass auf alles Fremde, der sich in den Forderungen der MAGIDA ebenso finden lässt wie in den Äußerungen der Teilnehmenden an der Kundgebung am vergangenen Montag in Magdeburg, ist die logische Konsequenz aus dem Selbstbild als in ihrer Verehrung für Deutschland schwer enttäuschte Patrioten. Unerfüllte materielle und mentale Bedürfnisse und vereinfachende Denkangebote erlauben es, Sündenböcke zu suchen und zu finden, um sich nicht aus der Liebe zum deutschen Staat verabschieden zu müssen. Sondern wiederum Forderungen an eben jenen Staat zu stellen, der sie so bitter enttäuscht hat. Beim Appell an den Staatsapparat, der ja all das verursacht haben muss, wogegen MAGIDA demonstriert, zukünftig alle rechtlichen Mittel gegenüber “selbsternannten Haßpredigern” auszuschöpfen, wird es paradox.

Die Angst vor der “Islamisierung” Magdeburgs dient als Platzhalter für die als ungerecht empfundende eigene Notlage. Muslime und Flüchtlinge werden für das verantwortlich gemacht, was uns ohnehin bevorsteht: ein Auseinanderklaffen der Einkommensverhältnisse, staatliche Repression zur Eindämmung sozialer Unruhen, die Zuspitzung der Ausbeutungsverhältnisse und eine sich immer weiter ausdehnende soziale und politische Ausgrenzung der für den kapitalistischen Verwertungskreislauf “Überflüssigen”. Das Gefühl des Ausgegrenztsein wird mit Ausgrenzung jener beantwortet, die angeblich noch viel weniger dazu gehören sollen. Um diese Themen nicht sehen zu müssen, nicht darüber zu diskutieren und keines dieser Probleme zu lösen, übernehmen die Kundgebungsteilnehmenden gegen die “Islamisierung” Magdeburgs die politische Funktion eines Ablenkungsmanövers.

So hatte sich am Abend des 16. Januar eine Horde Nazis vor dem Flüchtlingsheim in Rothensee postiert, um rassistische Parolen zu rufen. Es wurde damit gedroht, das Heim anzuzünden. Am darauf folgenden Samstag kam es im Laufe des Tages zu Naziangriffen auf Antifas. Auch am Abend des 19. Januar wurde in mehreren Situationen am Rande der Kundgebung das Bedrohungspotenzial der Teilnehmenden offenkundig. Auf einschlägigen Facebookprofilen wird zu Übergriffen auf Antifas und Linke im Kontext der nächsten MAGIDA-Kundgebung und darüber hinaus aufgerufen. Aus einer Anmeldung der Route wird auf Widerpsruchsfreiheit geschlussfolgert. In Diskussionensgruppen werden Kritisierende für jede Form des Widerspruchs bedroht und beschimpft.

SelbstschutzEs werden öffentlich Namen und Adressen getauscht und Pläne der Übergriffe besprochen. Auf der MAGIDA-Seite heißt es: Ordner sollen während der Kundgebung den plangemäßen Ablauf sicher stellen. Es soll gegen Störungen auch von Außen konsequent vorgegangen werden. Die Drohung eines Ordners an die Teilnehmenden der Sitzblockaden am 19. Januar ist ernst zu nehmen: “Wenn die Bullen nicht hier wären, dann wärt ihr schon längst nicht mehr am Leben”.

MAGIDA zu blockieren ist ein bemerkenswerter Fortschritt für die Protestkultur in Magdeburg. Wir freuen uns über jede erfolgreiche Blockade. Allerdings gibt es auch eine Zeit vor und nach der Blockade. Genau dann ziehen frustierte und wütende Neonazis und Rassisten, meist in Kleingruppen, durch Magdeburgs Straßen, um ihrem Hass freien Lauf zu lassen. In solchen Situationen wird es ihrer Gesinnung entsprechend zur Gewalteskalation kommen. Das Bedrohungspotenzial, das im Rahmen solcher Kundgebungen noch verstärkt wird, ist ernst zu nehmen! MAGIDA ist in den politischen Forderungen eine auf Ausgrenzung ausgerichtete rechtspopulistische Bewegung. Die Teilnahme einschlägig bekannter Neonazis ist vorherseh- und mittlerweile auch nachweisbar und nicht zu leugnen. Ein Ausschluss von Neonazis von den Kundgebungen ist nicht zu erwarten. MAGIDA vertritt repressive, antimoderne Inhalte und ist eine antidemokratische Bewegung. Wir fordern bekannte Magdeburger und Magdeburgerinnen, Intellektuelle, Kunst- und Kulturschaffende, sowie alle Privatpersonen auf, sich gegen MAGIDA zu engagieren und öffentlich zu positionieren.

Wie bereits zum 19. Januar rufen wir als das Bündnis Magdeburg Nazifrei auch für den kommenden Montag, den 26. Januar, dazu auf, die Islamische Gemeinde Magdeburg zu schützen. Das Gemeindezentrum in der Weitlingstraße wird von der angemeldeten MAGIDA-Route eingeschlossen. Auch Flüchtlingsheime und Sammelunterkünfte sind potenzielle Angriffsziele neonazistischer Gewalt. Eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen ist absolut notwendig, um die Flüchtlinge vor Angriffen auf zentralisierte Unterbringung zu schützen.

Antifaschismus bedeutet konsequentes und offensives Vorgehen gegen neonazistische Politik und neofaschistische Gewalt. Organisiert antifaschistischen Selbstschutz. Unsere Solidarität muss praktisch werden.

Alle Aufnahmen sind am 19. Januar im Rahmen der MAGIDA-Kundgebung entstanden:

 

Carsten Alsleben

Martin Schock

Martin Schock

 

 

 

 

 

Jan Dornemann

Jan Dornemann

Frank Hoffmann

Frank Hoffmann

 

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MAGIDA grüßt

 

19. Januar – Gemeinsam gegen MAGIDA!

Für den 19. Januar 2015 ist in Magdeburgs Innenstadt eine sogenannte MAGIDA-Demonstration angemeldet. Mit dem Begriff MAGIDA wird eine fremdenfeindliche, auf antimuslimisch-rassistischen Vorurteile aufbauende Bewegung mit Magdeburg-Bezug bezeichnet, die sich am Dresdner Vorbild PEGIDA (“Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes”)ausrichtet. MAGIDA steht für die Phrase: “Magdeburg gegen die Islamisierung des Abendlandes”. Auch das Bündnis Magdeburg Nazifrei ruft zu Gegenprotesten auf.

Bereits im Vorfeld gab es mehrere Veranstaltungen und Aktionen, um zum Protest gegen MAGIDA zu mobilisieren.

  • Am 12.12.2014 fand ein Impulsreferat “Antimuslimischer Rassismus” mit Sebastian Friedrich statt.
  • Während einer Protestkundgebung auf dem Domplatz am 22.12.2014 wurde das folgende #NoMAGIDA! aufgenommen.
  • Am 16.01.2015 haben wir im Bereich der bisher bekannten MAGIDA-Route Flyer verteilt, die dazu auffordern, am Montag in der Zeit von 19 bis 20 Uhr auf der Straßensteite das Licht auszumachen, um MAGIDA im Dustern tappen zu lassen.
  • Unsere Facebook-Veranstaltung informiert über vergangene und aktuelle Ereignisse

Wichtige Informationen zum 19. Januar

Wir haben an der Ecke Jakobstr./Blaubeilstr. (auf der Karte Z 17) in der Zeit von 18 bis 21 Uhr eine Kundgebung angemeldet. Hier bekommt ihr aktuelle Infos, die Aktionskarten in der aktuellen Version. Weitere uns bekannte Kungebungen entnehmt ihr bitte der Karte.

  • Info-Telefon:
    0176 549 516 77
  • Ermittlungsausschuss:
    0176 949 358 95
  • Vorläufige Aktionskarte
    (Änderungen und Ergänzungen der Karte behalten wir uns vor)MAGIDA_01_2015_web

[5. Update: 15.01.2015] Alle Infos zum 16. und 17. Januar

1. Allgemeiner Sachstand 16. und 17. Januar

  • die Nazis haben Freitag eine Demo angemeldet. Die Route wird im Vorfeld nicht bekannt gegeben. Die Anmeldung ist von 18 – 24 Uhr.
  • Für Samstag liegt eine Anmeldungen vor.

2. Info-Struktur am 16. und 17. Januar

Das Info-Büro ist am Freitag ab 16:30 Uhr und am Samstag ab 9 Uhr für euch im Einsatz und wird folgende Info-Kanäle bereit stellen:

Info-Telefon 1 0176 – 54 488 853
Info-Telefon 2 0176 – 54 963 253
Ermittlungsausschuss
(16. und 17.01.)
0176 – 94 935 895
Ermittlungsausschuss
(Antifa Demo 17.01.)
0157 – 82 746 867
Sani Zentrale 01577 – 0 669 639
Presse 0176 – 93 525 530
Facebook https://www.facebook.com/magdeburg.blockt
Homepage http://magdeburg-nazifrei.com
Twitter @md_nazifrei
  #mdnazifrei #blockmd
 
Ticker von Linksunten.indymedia

Die Ticker sind nicht Teil des Bündnisses und sie werden auch nicht vom Bündnis betrieben!

Desktop-Computer und Tablets https://linksunten.indymedia.org/ticker/md15
Moderne Handys
(HTML-fähig)
http://liu.indymedia.org/ticker
Alte Handys
(WAP-fähig)
http://liu.indymedia.org/
RSS-Reader http://liu.indymedia.org/feed
   
Englischer Ticker  
Desktop-Computer und Tablets https://linksunten.indymedia.org/en/ticker/md15
Moderne Handys
(HTML-fähig)
 http://liu.indymedia.org/en/ticker
Alte Handys
(WAP-fähig)
http://liu.indymedia.org/en
RSS-Reader http://liu.indymedia.org/en/feed

3. Aktionskarte

Die Aktionskarte könnt ihr euch hier runter laden und ausdrucken (A3, farbig, einseitig). Zusätzlich werden wir euch an unseren Sammelpunkten mit Karten versorgen (solange der Vorrat reicht). 

Die Karte ist an beiden Tagen nutzbar und wird von allen Akteuren in Magdeburg genutzt. Eingezeichnet ist ebenfalls der Startpunkt der Antifa Demo am 17.01.

 4. Treff- und Sammelpunkte am Freitag, 16.01.2015

a) Kundgebungen

Alle angemeldeten Kundgebungen sind auf der Aktionskarte eingezeichnet. Die meisten sind ab 17 Uhr angemeldet, der Sammelpunkt der Vorabend-Demo (siehe 4b) ab 18 Uhr.

b) antifaschistische Vorabend-Demo

Sammelpunkt und Startpunkt der Demo ist der Hauptbahnhof Magdeburg. 19 Uhr soll sich dann der unangemeldete Demo-Zug in Bewegung setzen. Der Sammelpunkt ist ab 18 Uhr vor dem Kino (Cinemaxx). Kommt zahlreich!

 5. Treff- und Sammelpunkte am Samstag, 17.01.2015

Wir konzentrieren uns am Samstag auf zwei Sammelpunkte, die entsprechend zentral liegen. Von dort aus kann man gut im Bedarfsfall in der Stadt agieren. 

a) Hasselbachplatz

Die Kundgebung ist auf der Höhe der Sparkasse angemeldet, ab 11 Uhr. Diese könnt ihr als Sammelpunkt nutzen, wenn ihr zum Beispiel mit dem Zug anreist. Vom Bahnhof bis zum Hasselbachplatz ist es durch die Bahnhofstraße nur ein Katzensprung.

b) Uniplatz

Am Uniplatz (Am Gebäude der Telekom) ist die zweite Kundgebung/Mahnwache angemeldet. Diese könnt ihr ebenfalls nutzen um euch rege zu sammeln.

c) Olven 1

Olven 1 ist der Sammelpunkt für die Antifa Demo des AK Antifa Magdeburg. Dort soll zwischen 12 und 14 Uhr eine Auftaktkundgebung stattfinden. 14 Uhr setzt sich der Demo-Zug in Richtung Innenstadt in Bewegung. 

Wir verstehen uns als Blockade-Bündnis und halten deswegen an unserem Blockadekonzept fest. Wir gehen davon aus, dass es Naziaktivitäten in der Stadt geben wird. Diese wollen wir nicht ungestört ablaufen lassen. Ist man erst einmal im Demo-Zug ist die Wahrscheinlichkeit von dort auf Naziaktivitäten reagieren zu können, fast ausgeschlossen.

[4. Update] +++ ACHTUNG! +++ Nazis haben für 16.01. Demo angemeldet

Logo_kleinWir können euch an dieser Stelle bestätigen, dass die Nazis Freitag Abend in Magdeburg marschieren wollen. Die Anmeldung ist heute Abend bei der Polizei eingegangen. Treffpunkt, Marschroute und genaue Uhrzeit sollen morgen nachmittag mit dem “polizeibekannten” Anmelder geklärt werden. Im Einsatz werden etwa 1.000 Polizisten sein.

Der Plan für Samstag bleibt unverändert.

Kommt nach Magdeburg, blockieren statt ignorieren!