Resolution zum Naziaufmarsch 2013

Wir erklären hiermit:

Wir haben kein Bock auf Nazis, Rassisten, Rechtspopulisten, Antisemiten, Sexisten und andere Menschenfeinde. Darum werden wir uns im Januar 2013 dem Naziaufmarsch in den Weg stellen. Wir wollen es dabei nicht bei reiner Symbolpolitik belassen, sondern bedienen uns vielfältiger Mittel des zivilen Ungehorsams, um den Naziaufmarsch tatsächlich zu blockieren. Blockaden sind Akte der Meinungsbekundung und versammlungsrechtlich zu schützen. Dieses Recht verteidigen wir mit Entschlossenheit.

Darüber hinaus ist uns bewusst, dass wir allein mit dem Blockieren von Naziaufmärschen Neonazismus nicht gänzlich überwinden können. Ideologien der Ungleichwertigkeit sind nicht nur allein der Nazi-Szene vorbehalten, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wir fordern deswegen einen ganzheitlichen Ansatz bei der Bekämpfung neofaschistischer Tendenzen, der nachhaltig, präventiv und konsequent ist.

Wir setzen uns ein für:

  • den Aufbau und die Förderung antifaschistischer Strukturen
  • ganzjähriges Engagement gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit
  • den Schutz unserer elementarsten Grundrechte, insbesondere dem Recht auf zivilen Ungehorsam
  • ein solidarisches und gleichberechtigtes Miteinander und fordern die Überwindung der Extremismusideologie
  • die Anerkennung von Antifaschismus als immerwährende und soziale Verpflichtung
  • eine mutige und lebendige Protestkultur, die bestimmt wird von Eigeninitiative und gegenseitiger Solidarität
  • eine kritische Reflektion der städtischen Gedenk- und Erinnerungskultur
  • die Anerkennung der vergessenen Opfer rassistischer und faschistischer Gewalt
  • die Beendigung jeglicher Repressionen gegen antifaschistisches Engagement durch Polizei und Geheimdienste sowie die vollständige Rehabilitierung aller Betroffenen

Die Teilnehmenden der Aktivierungskonferenz des Bündnis Magdeburg Nazifrei

Magdeburg, den 27.10.2012